Vernetzte Produkte DACH 2027
Sicherheit ist günstig. Warten kostet Märkte.
- Frist24 Stundenbis zur Frühwarnung bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen
- Bereitschaft3 %der befragten Hersteller halten sich für voll CRA-konform
- Normen0 von 41beauftragten CRA-Normen stehen im Amtsblatt
- Kosten< 0,50 €Sicherheitsaufschlag je Gerät und Monat bei 10.000 Geräten
Warum ich diesen Bericht geschrieben habe
Seit 2021 baue ich mit RUBINLAKE vernetzte Produkte für Hersteller, die ihre Maschinen und Geräte weltweit verkaufen, vom Funkmodul bis ins ERP. In fast jedem dieser Projekte kommt dieselbe Frage, meist zu spät, wenn die Hardware schon feststeht: Was kostet Sicherheit, und wer bezahlt sie? Eine belastbare Zahl hatte bislang niemand.
Seit September 2026 beantwortet das Gesetz die erste Hälfte. Der Cyber Resilience Act entscheidet, ob Sicherheit ins Produkt gehört. Dieser Bericht beantwortet die zweite Hälfte mit den Zahlen, die unsere Kunden bei jeder Architekturentscheidung brauchen: was ein sicheres Gerät im Monat kostet, welche Entscheidungen diese Zahl bewegen und welche nicht.
Die kurze Fassung steht auf dem Titel. Sicherheit ist günstig. Warten kostet Märkte. Die lange Fassung folgt, mit jeder Quelle.
Maxim BabarinowGründer und CEO, RUBINLAKE
Zusammenfassung
Im Maschinen- und Gerätebau ist heute nicht mehr nur die Fertigung vernetzt, sondern auch das Produkt, das sie verlässt. Fast alle befragten deutschen Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen (94 %) bieten bereits Geräte an, die sich nach der Auslieferung aktualisieren lassen. Jedes dieser Geräte verlängert die Verantwortung des Herstellers über das Werkstor hinaus und ist ein möglicher Angriffspunkt. Die Europäische Kommission beziffert die Schäden, die ihr Cyber Resilience Act (CRA) Unternehmen in der EU ersparen könnte, auf 180-290 Mrd. € im Jahr.
Europa antwortet mit fünf Rechtsakten: dem CRA, dem Data Act, der Maschinenverordnung, den Cybersicherheitsregeln der Funkanlagenrichtlinie und der Batterieverordnung. Zwischen August 2025 und Dezember 2027 machen sie Sicherheit, Updates und Datenzugang zur Bedingung für den Marktzugang. Die erste Pflicht gilt bereits. Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen binnen 24 Stunden über die zentrale Meldeplattform der ENISA melden.
Die Hardware der Produkte, die 2027 auf den Markt kommen, muss jetzt feststehen. Doch für den CRA und die Maschinenverordnung steht noch keine harmonisierte Norm im Amtsblatt, und für den CRA ist noch keine notifizierte Stelle benannt. Belastbare Kostenzahlen sind selten, und nur wenige der befragten Hersteller sind vorbereitet. Damit entscheidet nicht mehr der Hersteller, ob Sicherheit ins Produkt gehört, sondern das Gesetz.
bis zur Frühwarnung bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen
der befragten Hersteller halten sich für voll CRA-konform
beauftragten CRA-Normen stehen im Amtsblatt
Sicherheitsaufschlag je Gerät und Monat bei 10.000 Geräten
Dieser Bericht untersucht die Frage, mit welchem Design ein Hersteller die Sicherheit eines vernetzten Produkts über dessen Lebensdauer am günstigsten gewährleistet. Er beantwortet sie für Hersteller mit 100 bis 4.999 Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und zwar an vier typischen Geräten: einem Akkuwerkzeug, einer Maschine mit Gateway, einem steuerbaren Gebäudegerät wie der Wärmepumpe und einem Logistik-Tracker. Unser Kostenmodell bewertet für diese Geräte die Basiskosten für Funk und Cloud und den Sicherheitsaufschlag zu Listenpreisen, im Basisfall für 10.000 Geräte je Produkt über fünf Jahre. Der Sicherheitsaufschlag ist je Gerät gering und bei jedem Produkt etwa gleich hoch. Die Rechnung bestimmen Stückzahl, Funktechnik und Backend, und diese Entscheidungen fallen, bevor die Normen vorliegen.
Zentrale Ergebnisse
- Die Pflichten erfassen den Bestand, nicht nur neue Produkte.86 Mio.M2M-SIM-Profile in deutschen Netzen, +17 % in einem Jahr
Die Meldepflicht des CRA gilt seit dem 11. September 2026 auch für Geräte im Einsatz.
- Der Mittelstand ist breit betroffen, und die Vorbereitung hinkt weit hinterher.1.750-3.440Hersteller in DACH, geschätzt
Erst die Hälfte der befragten deutschen Hersteller hat mit der Umsetzung des CRA begonnen.
- Ein eigenständig verkauftes Gateway hat noch keinen Weg zur Konformität.0bislang notifizierte Stellen unter dem CRA
Ein Gateway der Klasse I braucht eine notifizierte Stelle, solange keine harmonisierte Norm vorliegt.
- Nicht die Regulierung macht ein vernetztes Produkt teuer.0,50-3,10 €Basiskosten und Sicherheitsaufschlag je Gerät und Monat
Funktechnik und Backend bestimmen die Summe, nicht die Sicherheit.
- Die Stückzahl wiegt schwerer als jedes Bauteil.2,30 €Sicherheitsaufschlag je Gerät und Monat bei 1.000 Geräten
Fixkosten verteilen sich auf alle Geräte. Das Secure Element ist der kleinste Posten.
- Tracker brauchen ein neues Batteriekonzept und Mobilfunk ohne 2G.2028endet 2G in den deutschen Mobilfunknetzen
Der Nutzer muss die meisten Gerätebatterien ab dem 18. Februar 2027 selbst entnehmen können.
Wer Architektur und Backend jetzt festlegt, verteilt die Kosten der Sicherheit auf seine ganze Flotte. Wer auf die Normen wartet, entwirft unter Termindruck und mit weniger Spielraum. Die Kapitel 1 bis 7 belegen die Ergebnisse, und Kapitel 8 leitet daraus Empfehlungen für die unterschiedlichen Rollen im Unternehmen ab.
Frei lesen, teilen und zitieren. Bei Verwendung ist die Zitation Pflicht.
Inhalt
- 1Fristen und Geltungsbereich10 Min. Lesezeit
- 2Geräteanforderungen14 Min. Lesezeit
- 3Kosten je Gerät6 Min. Lesezeit
- 4Technologie und Architektur22 Min. Lesezeit
- 5Schwerpunkt Logistik-Tracking11 Min. Lesezeit
- 6Schwerpunkt Österreich und Schweiz13 Min. Lesezeit
- 7Anbieterlandschaft6 Min. Lesezeit
- 8Handlungsempfehlungen10 Min. Lesezeit
Anhang
Zitation erforderlich
Dieser Report darf frei gelesen, geteilt und zitiert werden. Wer Zahlen, Ergebnisse oder Text daraus verwendet, zitiert ihn so:
Babarinow, M. (2026). Vernetzte Produkte DACH 2027 (Version 1.1). RUBINLAKE GmbH. https://rubinlake.com/de/reports/connected-products


